
Entwicklungsleitfaden für TinyML
Um die Entwicklung und Implementierung von TinyML Modellen zu erleichtern, wurden hier Entwicklungsrichtlinien erstellt, an denen sich bei der Entwicklung orientiert werden kann. Diese Richtlinien sollen als Wegweiser durch den Entwicklungsprozess dienen – von der Hardwareauswahl bis hin zum Überwachen der Modelle.
Der folgende "Entwicklungsleitfaden für TinyML" ist dazu gedacht, Entwicklern einen umfassenden Überblick über den Entwicklungsprozess von TinyML-Projekten zu geben. Diese können als Checkliste verwendet werden, um Entwicklern das Vorgehen der einzelnen Schritte zu vereinfachen. Sie beschreiben die wichtigsten Schritte, Methoden und Werkzeuge, die es in jedem Schritt des TinyML-Entwicklungsprozesses zu beachten gilt und dienen als Fortsetzung der Entwicklungsleitfaden für ML. Darüber hinaus beleuchten sie potenzielle Herausforderungen und geben Hinweise, wie diese effektiv bewältigt werden können. Um weitere Informationen zu den einzelnen Schritten zu erhalten, wird an den jeweiligen Stellen, auf die Kapitel in TinyML verwiesen. Ziel dieser Leitlinien ist es, die Realisierung von TinyML-Anwendungen zu vereinfachen und dabei zu unterstützen.
Die Auswahl der geeigneten Software und Frameworks für TinyML bildet das Fundament für erfolgreiche Implementierungen auf Edge-Geräten. In diesem Schritt werden verschiedene Optionen für die Software- und Frameworksauswahl betrachtet.
Input
Anforderungen (verfügbare Ressourcen, Hardwarebeschränkungen, gewünschte Leistungsfähigkeit)
Output
Ausgewählte Software und best-geeignetes Framework
Methoden
Definieren des Anwendungszwecks und der Anforderungen
Überprüfung der Kompatibilität mit den Hardwareanforderungen und -beschränkungen der Zielplattformen
Analyse der Unterstützung in der Entwicklercommunity für jedes Framework (Ressourcenverfügbarkeit, Dokumentation, Community-Foren)
Kostenabschätzung und Budgetierung für die Implementierung
Mögliche Probleme
Fehlende Kompatibilität mit Hardware
Mangelnde Unterstützung in der Entwicklercommunity
Probleme mit der Integration in bestehende Systeme
Die Auswahl der passenden Hardwareplattform für ein Projekt erfordert eine gründliche Analyse verschiedener Faktoren. Zunächst sollte überprüft werden, ob bestehende Hardware verwendet werden kann, bevor neue Hardware angeschafft wird. Basierend auf den Inputs wird der Auswahlprozess durchgeführt, um die am besten geeignete Hardwareplattform zu finden, die den Outputkriterien entspricht.
Input
Projektziel, Anforderungen, Zweckdefinition
Kostenkalkulation
ML-Framework-Kompatibilität
Hardwareanforderungen (Rechenleistung, Speicher, Energieeffizienz, Sensorik, Betriebssysteme)
Output
Ausgewählte Hardwareplattform
Methoden
Definieren des Anwendungszwecks und der Anforderungen
Überprüfung der Kompatibilität mit Machine-Learning-Frameworks
Analyse der Unterstützung in der Entwicklercommunity
Mögliche Probleme
Fehlende Kompatibilität mit ML-Frameworks
Mangelnde Unterstützung in der Entwicklercommunity
Budgetüberschreitungen
Probleme mit Power Management (Energieeffizienz und Batterielaufzeit)
Herausforderungen bei der Sensorintegration (Treiber- und Kompatibilitätsprobleme)
Schwierigkeiten bei der Skalierbarkeit und Erweiterung (Ressourcenmangel und Leistung)
Ziel ist es, das Modell effizienter zu gestalten und an die Zielhardware anzupassen. Als Output wird ein für die Zielhardware optimiertes Modell erwartet. Der Output wird anhand des Inputs generiert, beispielsweise anhand der Trainingsdaten. Die Komprimierung ist häufig mit der Konvertierung des Modells in ein für die Zielhardware optimiertes Format verknüpft. Dieser Prozess umfasst nicht nur die Reduzierung der Modellgröße und -komplexität, sondern oft auch die Anpassung des Modells an spezifische Hardwareanforderungen.
Input
Modellarchitektur
Trainingsdaten
Modellparameter
ML-Modelle
Output
Identifizierte rechenintensive Schichten
Quantisierte und beschnittene Modelle
Übertragenes Wissen und verbessertes Schülermodell
Optimiertes Modell für die Zielhardware
Methoden
Übertragung von Wissen vom Lehrermodell auf das Schülermodell
Balance zwischen Komplexität und Leistung
Nutzung von Compilern zur Konvertierung des Modells für die Zielhardware
Beispielhafte Tools
Mögliche Probleme
Informationsverlust und potentielle Rechenungenauigkeit durch Komprimierung
In diesem Schritt steht die Umwandlung und Integration des optimierten Modells in die Zielplattform im Mittelpunkt. Dabei werden das optimierte Modell, die Zielplattform und die Testdaten als Inputs benötigt. Das Ziel dieses Schrittes ist es, ein konvertiertes Modell im Zielformat zu erhalten, dieses in die Zielplattform zu integrieren und sicherzustellen, dass es effizient auf dieser läuft.
Input
Optimiertes Modell
Zielplattform
Testdaten
Output
Konvertiertes Modell im Zielformat
Integriertes Modell in die Zielplattform
Getestetes und validiertes Modell
Effiziente Modellausführung auf der Zielhardware
Methoden
Auswahl eines kompatiblen Formats für die Zielhardware
Verwendung von Konvertierungstools, bspw. bereitgestellt von ML-Frameworks
Testen und Validieren
Testen und Validieren des Modells, um Leistungs- und Genauigkeitsanforderungen zu erfüllen
Beispielhafte Tools
Mögliche Probleme
Inkompatibilität bei der Modellkonvertierung
Modellkomplexität
Komplexität der Softwareintegration
Herausforderungen beim Testen und Validieren
Kompatibilität der Modellschichten, bspw. werden nicht alle Schichten von TensorFlow Lite unterstützt
MLOps (Machine Learning Operations) spielt eine Rolle bei der Verwaltung, Integration und Optimierung von Machine-Learning-Modellen in Produktionsumgebungen. Es kombiniert bewährte Praktiken aus der Softwareentwicklung und dem Operations Management, um den gesamten Lebenszyklus von ML-Modellen zu unterstützen. In diesem Abschnitt wird der Einsatz von MLOps im Kontext von TinyML erläutert, wobei insbesondere die speziellen Anforderungen an Edge-Geräte berücksichtigt werden.
Input
Metriken durch Projektziele
Machine-Learning-Modell
Entwicklungs- und Betriebsumgebungen (Edge- und IoT-Plattformen)
Output
Erfolgreich integriertes und optimiertes ML-Modell in der Produktionsumgebung
Kontinuierlich überwachte und skalierbare ML-Anwendung
Vorhersagen, erkannte Datendrifts und Benachrichtigungen
Verbesserte und aktualisierte Modelle
Methoden
Data Versioning, verwaltet Datensatzversionen für Reproduzierbarkeit
Feature Storing, speichert und verwaltet Features für Konsistenz
Model Versioning, verfolgt verschiedene Modellversionen
Experiment Tracking, verfolgt Experimente für Vergleichbarkeit
CI/CD, automatisiert Modellintegration und Bereitstellung
Continuous Monitoring, überwacht Modellleistung in Produktion
Mögliche Probleme
Komplexe CI/CD-Automatisierung für ML-Modelle
Unzureichende Überwachung führt zu Modellverschlechterung in Produktion
Einhaltung von Datenschutz- und Sicherheitsstandards
Herausfordernde interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Teams
Komplexität beim Experiment Tracking und Modellmanagement
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